Vinschgau - ein ganz besonderes Tal


Der Vinschgau ist ein Hochtal der Etsch und liegt zwischen dem Reschenpass (1507m) und der Talstufe an der Töll bei Partschins. Wenn man mit dem Auto den Vinschgau durchquert, legt man etwa eine Strecke von 75km zurück, wobei allerdings knapp 1000m Höhenunterschied bewältigt werden.

Ein äußerst abwechslungsreiches Landschaftsbild prägt den Vinschgau. - So erstrecken sich auf der einen Talseite fast gänzlich unbewaldete Hänge, die sich bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Ötztaler Alpen, der Texelgruppe und des Salurnkamms erheben. Die andere Talseite ist geprägt von dichtem Wald vor den Bergmassiven der Ortler- und Sesvennagruppe. Seitentäler, die sich tief ins Gelände schneiden, lockern die Gesamtansicht ab und an etwas auf.

Murkegel verteilen sich im ganzen Vinschgau, gliedern die Region und prägen die Landschaft. - Der größte der Murkegel heißt Malser Haide und ist gleichzeitig der größte Murkegel der ganzen Alpen.

Glurns - kleinste Stadt in Südtirol
Der Ort Glurns im oberen Vinschgau ist mit lediglich 700 Einwohnern die kleinste Stadt Südtirols. So unbedeutend Glurns heutzutage scheint, in der Vergangenheit hat Glurns eine zentrale Bedeutung gehabt. - Im Jahr 1223 wurde der Sitz des landesfürstlichen Gerichtes nach Glurns verlegt, womit ein Ausgleich zur Macht der Curer Bischöfe erreicht werden sollte, die im Vinschgau in der Burgeiser Fürstenburg und in der Churburg ansässig waren und einen Gerichtssitz in Mals innehatten. 1304 bekam Glurns die Stadtrechte und es kam zu einer zügigen Entwicklung zur florierenden Handelsstadt, weil Glurns das Stapelrecht für den Salzhandel in die Lombardei besaß.

1499 kam es im "Engadinger Krieg" westlich von Glurns bei Calven zu einer Schlacht zwischen dem habsburgerischen Söldner- und Ritterheer und der Schweizer Bauernarmee, wobei die Habsburger vernichtend durch die Schweizer geschlagen wurden. Nach dem Sieg begaben sich die Schweizer auf eine Zerstörungstour durch den Vinschgau bis nach Schlanders. Dabei zerstörten Sie zahlreiche Orte - u. a. Glurns - als Vergeltung für die Brandschatzung Engadiner Dörfer. Die Habsburger errichteten bald darauf Glurns als Festungsstadt mit Gräben, Schutzmauern und Türmen neu.




Nach der Verlagerung der Handelswege und politischen Machtzentralen wurde es ruhig um Glurns, was dazu beigetragen hat, dass das Städtchen auch heute noch sein "mittelalterliches Gesicht" mit vollständiger Stadtmauer, drei Türmen, Toren und Rondellen trägt.
 



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