Seen im Obervinschgau: Reschensee und Haider See
Der Reschensee ist neben dem Kalterer See wohl der bekannteste See von Südtirol. Das Bild, das sich demjenigen bietet, der von Norden über den Reschenpass nach Südtirol kommt, ist einzigartig: Der Reschensee schillert in Grün- und Blautönen, aus dem See ragt ein Kirchturm verloren empor, während im Hintergrund weit entfernt der Ortlergletscher glitzert.


Ursprünglich hat diese Landschaft ganz anders ausgesehen, die Seenlandschaft im Obervinschgau bestand aus drei Seen, die von einer üppigen Weidelandschaft umgeben war. Als Südtirol im Jahr 1919 Italien zugesprochen wurde, bestand in Italien im Zuge der Industrialisierung ein großer Bedarf an Energie. Aus diesem Grund hat man im Süden eine Staumauer errichtet, zwei der Seen geflutet und zu einem großen See - dem Reschensee - aufgestaut. Zwischen den beiden Seen lag die Gemeinde Graun, die nach der Flutung fast ganz im See verschwand. Allerdings war bei der Sprengung der Kirche der Kirchturm stehen geblieben, der heute noch zum Gedenken aus dem See ragt und ein häufig fotografiertes Motiv ist. Das Dorf Graun wurde neu aufgebaut und gehört heute neben St. Valentin und Reschen zu den drei Orten an der Seenlandschaft. Der dritte See - der Haidersee - ist nicht verändert worden und bildet als ursprünglicher, natürlicher See einen einmaligen Kontrast zum künstlich geschaffenen Reschensee.
 



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