Die Entwicklung von Südtirol im 20. Jahrhundert
Weltkriege
1. Weltkrieg - 1915: Italien tritt als Gegner von Österreich in den Krieg ein. Es kommt zu erbitterten Kämpfen de italienischen "Alpini" mit den Kaiserjägern und dem bayerischen Alpenkorps. Zu den Kriegsschauplätzen zählen vor allem die Dolomitenfront und das Gebiet am Ortler. Im Jahr 1919 erhalten die Italiener im Frieden von Saint-Germain das Trentino und fast die gesamte deutschsprachige Region von der Salurner Klause bis zum Brenner. Damit bilden die Südtiroler in ihrem eigenen Heimatland nur noch eine Minderheit. Nach einigen Jahren der annähernden Autonomie des Südtiroler Volkes kommt es mit dem Regierungsantritt der Faschisten im Jahr 1922 zu einer erzwungenen Italianisierung. Im Jahr 1939 treffen Hitler und Mussolini ein Umsiedlungsabkommen, damit wird den Südtirolern freigestellt, nach Deutschland auszuwandern oder die italienische Staatsbürgerschaft zu behalten. - Von den Südtirolern entscheiden sich etwa 86% für die Umsiedlung, wobei nur circa 75.000 das Gebiet tatsächlich verlassen. Zwischen 1943 und 1945 wird Südtirol von den deutschen Truppen besetzt, bis im Mai 1945 die Alliierten die Region übernehmen. Nach dem Abzug der englischen und amerikanischen Truppen im Jahr 1946 wird Südtirol wieder der Verwaltung Italiens unterstellt (Pariser Abkommen). Dabei werden dem deutschsprachigen Bevölkerungsanteil Autonomierechte zugesprochen, die jedoch lediglich zum Teil eingehalten werden.

Der Weg in die Autonomie
1948 bilden Trentino und Südtirol die autonome Region Trentino-Südtirol. Da die deutschsprachige Bevölkerung in die Minderheit gerät, kommt es zu Spannungen. Die Folgen davon sind zahlreiche Sprengstoffanschläge, die unter der Parole "Los von Rom!" verübt werden. Im Jahr 1960 tritt Österreich mit der Südtirol-Frage vor die Vereinten Nationen. 1969 wird das so genannte "Südtirol-Paket" mit einer knappen Mehrheit von der Südtiroler Volkspartei (SVP) akzeptiert. - Damit wird Deutsch als zweite Amtssprache anerkannt und ein Landtag für die Region Trentino-Südtirol gebildet, der für viele Bereiche und Fragen der autonomen Provinz Bozen verantwortlich ist. Österreich erkennt 1992 formell an, dass die Auflagen des "Südtirol-Pakets" von Italien erfüllt wurden und legt damit den Streit bei. 2001 erkennt die italienische Regierung schließlich den Namen Südtirol offiziell an.
 



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