Südtiroler Küche - Einflüsse aus Österreich und Italien
Die Küche von Südtirol führt Spezialitäten aus dem Norden und Süden zusammen und verlockt mit diversen kulinarischen Genüssen. So werden in Südtirol die aus dem Norden stammenden Knödel in vielen Variationen serviert. Dazu gehören deftige Speck- oder Leberknödel und Fastenknödel ohne Fleisch, die die Suppe verfeinern. Daneben gibt es Spinatknödel, Serviettenknödel oder Knödel aus Buchweizenmehl (so genannte schwarzplentene Knödel), die als Beilage zu Fleischgerichten oder als Vorspeise gereicht werden. Süße Marillen- oder Zwetschgenknödel runden als Dessert Menüs ab. Typisch für Südtirol sind auch die Schlutzkrapfen - mit Spinat gefüllte Teigtaschen, die in ähnlicher, kleinerer Form in Italien als Ravioli bekannt sind. Die in Südtirol verbreiteten Nocken, kleine Teigklößchen, die es als Spinat-, Pilz-, Topfen- oder Käsenocken gibt, haben mit den Gnocchi ebenfalls italienische Vorbilder. Das weit verbreitete Schnitzel ist auch auf den Speisekarten Südtirols zu finden und zwar einmal als Wiener Schnitzel und einmal als Schnitzel Milano, wobei es sich um identische Gerichte handelt.

Ganz wie Italien bietet Südtirol ein breites Angebot an Pasta mit Tomaten-, Sahne oder Fleischsauce, die als Vorspeise serviert wird und sich damit auf der Karte zu den traditionellen Suppen aus Südtirol wie Backerbsen-, Milzschnitten- oder Frittatensuppe gesellen. Die Hauptgerichte werden hauptsächlich vom Norden beeinflusst. Dazu gehören herzhafte Schweinebraten, Gulasch und Schnitzel. Vor allem in den Sommermonaten erfreuen sich jedoch auch italienische Fleischspeisen großer Beliebtheit, wie das Lo Tonnato (kaltes Fleisch vom Kalb mit Thunfischcreme) oder Carne Salada (gebeiztes Ochsenfleisch). Bei den Nachspeisen dominieren wieder überwiegend süße Köstlichkeiten nach altösterreichischer Tradition. Als Abschluss eines gelungenen Mahls warten diverse Mehlspeisen wie Kaiserschmarrn, Apfel- oder Kirschstrudel, Krapfen oder Topfenpalatschinken darauf, den Gaumen zu kitzeln. Um die Verdauung nach dem Essen wieder in Schwung zu bringen, bietet sich ein starker Espresso, ein milder Obstschnaps oder ein Grappa an.
Essenszeiten in Südtirol
Die Mehrzahl der Gaststätten und Restaurants in Südtirol hält sich strikt an die Einhaltung der üblichen Essenszeiten. - Zu Mittag wird dabei zwischen 12 und 14 Uhr serviert und das Abendessen gibt es zwischen 18 und 18.30 Uhr bis 20 Uhr. In Regionen, wo viele Italiener verkehren, kommt es zu einer Verschiebung der abendlichen Essenszeit auf den Zeitraum von 19 bis 21 Uhr.

Wie in Italien üblich, besteht ein Essen / bzw. eine Essensbestellung nie aus einem einzelnen Gericht. Ein perfektes Mahl besteht aus mindestens einer Vorspeise, einem Hauptgericht mit Salat, Dessert und einem Espresso zum krönenden Abschluss. In Berghütten und Pizzerias gilt dieses allerdings nicht.
 



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